Ausgewählte Aktivitäten und Aktionen im Jahr 2026
Fotos und Videos: ©Omas for Future (O4F), wenn nicht anders ausgewiesen
Eine frische Brise voller Spiel, Spaß und Umweltwissen
In der Schule am Leutzscher Holz, ging es am 31.03. richtig rund – und das auch dank einer ganz besonderen Truppe: den Omas for Future! Wir hatten uns zusammengetan, um den Nachwuchs der 1. bis 3. Klasse mit einem Kinderquiz der besonderen Art zu begeistern.
Die Kinder waren gebannt und zeigten teilweise schon beeindruckendes Umweltwissen. „Warum ist Mülltrennung wichtig?“ oder „Wie können wir Energie sparen?“ – viele der kleinen Quizteilnehmer hatten die Antworten schon parat. Und wer noch nicht so viel wusste, der lernte es bei den Omas ganz nebenbei, mit Spaß und ganz ohne erhobenen Zeigefinger.
Die Atmosphäre war locker, die Kinder lachten viel, und wir Omas staunten, wie viel Energie und Neugier in den kleinen Köpfen steckte. Das Projekt zeigte: Umweltschutz und Wissensvermittlung kann richtig Spaß machen – und zwar generationsübergreifend!
Wir setzten außerdem wie immer auf Kreativität und Nachhaltigkeit! Aus Abfallprodukten wie Papprollen, Kartons und anderen „Schätzen“, die sonst im Müll gelandet wären, haben wir spannende Spiele und knifflige Rätsel gebastelt. Die Kinder waren erstaunt, wie viel Spaß die Beschäftigung damit machte. Manch einer der kleinen Entdecker konnte gar nicht genug davon bekommen.
Also, liebe Eltern und Lehrer: Wenn ihr mal eine frische Brise voller Spiel, Spaß und Umweltwissen in eure Schule bringen wollt, wisst ihr jetzt, bei wem ihr anklopfen müsst!
Wir fordern: Energieunabhängigkeit durch Gasausstieg! Raus aus der Gaskostenfalle!
Am 25. März luden wir Bürger:innen und Gäste unserer Stadt vor dem Löwenbrunnen ein, über das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz und dessen Auswirkungen auf unser aller Leben ins Gespräch zu kommen. Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich: von lautem Gebrüll „Ohne Gas geht es nicht! Kapiert Ihr das denn endlich!“ über Fake-News-Erzählungen bis zu interessiertem Austausch. Eine Sturmböe, die unseren Pavillon zerstörte, beendete leider unsere Aktion vorzeitig. Aber wir bleiben am Thema dran!
Uns Omas for Future liegt die lebenswerte Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder am Herzen. Das Festhalten am Gas bedeutet nicht nur weitere CO2-Emissionen, sondern auch erhöhte Kosten für die Bürger:Innen, insbesondere Mieter:Innen, die in gasbeheizten Wohnungen leben. Wir möchten Menschen für das Thema Gasausstieg sensibilisieren und Mut für den nächsten Schritt machen.
Deshalb gehört unsere Regionalgruppe zu den Unterzeichnern des offenen Briefs des Umweltinstituts München an die Mitglieder des Bundestags. Gemeinsam mit mehr als 200 weiteren Organisationen fordern wir:
- die Reduktion der Gasimporte anstatt des Aufbaus neuer Abhängigkeiten
- den Schutz der Bürger:innen vor der Gaskostenfalle
- die Herstellung von Planungssicherheit auf lokaler Ebene.
Den von uns mitunterzeichneten offenen Brief des Umweltinstituts München könnt Ihr hier lesen.
Wir Omas und Opas for Future werden gebraucht
Sehr gut besucht war am Samstag, den 21. März die Klimabuchmesse im Neuen Rathaus.Wir waren auch wieder vor Ort. „Komm mit nach Morgen“, so laden wir ein. Anhand von Beispielen in ganz Europa zeigen wir auf, dass es gelingt, dass Städte und Gemeinden zukunftsfähig und klimaneutral gestaltet werden können. Und viele Kommunen haben sich die Klimaneutralität bis 2040 zum Ziel gesetzt, darunter auch Leipzig.
Was hindert uns daran, zügig und konsequent die Ziele zu verfolgen? Wäre es nicht prima, gerade bei den steigenden Kraftstoffpreisen, ein günstiges 9-Euro-Ticket und ein gutes Netz ÖPNV zu haben? Oder wie wäre bezahlbarer Wohnraum und grüner Lebensraum vor der Haustür?
Warum ist Aufklärung zäh und erscheint ausschließlich von Idealisten, von freiwilligen bzw. ehrenamtlichen Aktiven getrieben? Agieren wie David gegen Goliath gegen profitorientierte klimaschädliche Industrie, allen voran der Bereich der fossilen Energie? Dem widmete sich der abendliche Themenschwerpunkt: Energie, Macht und Manipulation. Es kamen viele Interessierte und verfolgten die Buchvorstellungen und Diskussion. Auf dem Podium dabei waren Claudia Kemfert „Kurzschluss“, Ursula Bittner“Greenwashing“ und Eva Stegen „Die Gewerkschafterin“.
Mutig statt machtlos: Geschichten vom Aufstehen und Weitermachen ging es in der zweiten Runde weiter. Die Kraft der eigenen Handlungsmöglichkeiten war Inhalt dieser Podiumsdiskussion. Gerade beim Thema Hoffnung spalteten sich unsere Gemüter. Wir versuchen uns gegenseitig zu mobilisieren, denn sowohl auf dem Podium als auch im Publikum war allen klar warum es wichtig ist, weiterzumachen.
Letztlich konnten wir am Stand sehr gute Gespräche führen und vielleicht auch künftige Mitstreitende gewinnen. Wir Omas und Opas werden gebraucht, weiter unseren Enkeln von der Zukunft zu erzählen.
Fasten bedeutet Neubeginn
Unser Friedensgebet am 2. März war Teil der Aktion „Klimafasten“, einer Initiative der evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümer sowie von Misereor und Brot für die Welt. So wie diese luden wir ein zum Innehalten und Reflektieren. In kirchlicher Sichtweise heißt Fasten sich neu auszurichten, sich neu zu orientieren, eigene Lebensweisen zu hinterfragen und den Blick zu schärfen auf das Wesentliche, auf das Notwendige, auf das Selbstverständliche, auf das Geschenkte, nicht zuletzt auf Gott.
Wir als Omas und Opas for Future haben im Friedengebet wie auch in unserem Heft “Komm mit nach Morgen“ genau über diese Fragen nachgedacht: Was brauchen wir, um glücklich zu leben, um dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen und die Umwelt zu schützen. Was können wir bereits hier und heute tun?
Ja, es fällt schwer, gewohnte Verhaltensmuster zu verändern. Aus der Hirnforschung ist bekannt, dass es circa 66 Tage braucht, um eine Gewohnheit zu ändern. Nach etwa zwei Monaten hat unser Gehirn die neuen „Trampelpfade“ angelegt und die Gewohnheiten laufen automatisch ab. Das ist eine ermutigende Perspektive.
Warum nicht diesen Gedanken der Reflektion und Neuorientierung auf diese Fastenzeit und unser Leben übertragen?
Gemeinsam mit der Friedensgebetsgemeinde überlegten wir, was Fasten für jede/n bedeuten könnte, wie man sich neu ausrichten möchte, was das Leben wunderbar macht und wie Gerechtigkeit für einen persönlich aussieht. Die etwa 30 Besucher:innen konnten die Beiträge nach dem Friedensgebet an der Pinnwand lesen. Ihr findet diese Beiträge hier.
Einig waren wir uns alle darin, dass keiner Zukunft vorausschauen kann, aber wir gemeinsam Zukunft möglich machen und die Voraussetzungen schaffen können. Man kann nur auf das einwirken, an dem man teilhat. Zukunft ist das, was heute für morgen begonnen wird. Und Zukunft geht nur gemeinsam. Deshalb lasst uns mit Klimafasten Zukunft gestalten.
Abschied von Silvia
Am 2. März nahmen wir Abschied von unserer Oma for Future Silvia. Im Februar war sie unerwartet verstorben. Noch Ende November las sie in der Nachbarschaftsschule vor 150 Kindern aus dem Kinderbuch der Omas for Future. Wir sind alle sehr erschüttert und ihr Verlust ist für uns noch unfassbar. Silvia hat unsere Gruppe mit ihrer lockeren, lebensbejahenden Art sehr bereichert und sich – wo immer Bedarf war – eingebracht.
Wir vermissen sie!
Neues Jahr – neue Vorhaben
Wie jedes Jahr traf sich unsere Regionalgruppe am 2. Februar, um unsere Aktivitäten des Vorjahrs auszuwerten und neue Pläne für das begonnene Jahr zu machen.
Wir werden auch im Jahr 2026 mit Ständen in Stadtraum präsent sein – z. B. bei Stadtteilfesten, der Ökofete und auf dem Schönefelder Weihnachtsmarkt. Es wird auch wieder zwei von uns gestaltete Friedensgebete geben – im März und im November. Auf unserem Plan stehen ferner Ampelaktionen, die Teilnahme an Klimastreiks und Demos für Demokratie. Gerne gehen wir in Grundschulen und spielen mit den Schüler:innen unser Kinderquiz und lesen aus dem Kinderbuch der Omas for Future vor. Auf Anfrage kommen wir auch in soziale und kulturelle Einrichtungen sowie in Unternehmen, um das Erwachsenenquiz zu spielen. Natürlich sind wir wieder beim Festival Gutes Leben Leipzig dabei – auch im Orga-Team. Und wir haben uns monatliche Müllsammelaktionen vorgenommen. Wichtig ist uns die Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig und anderen Klimaorganisationen.
Übrigens: Neugierige und Interessierte an einer Mitarbeit sind uns immer am ersten Montag im Monat auf dem Runden Sofa willkommen.
Unsere Unterstützung für die Deutsche Umwelthilfe
Am 29. Januar entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, dass die Bundesregierung das Klimaschutzprogramm vom Oktober 2023 durch weitere Maßnahmen nachschärfen muss. Es bestätigte somit das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin, das bereits 2024 feststellte, dass mit den geplanten Maßnahmen das nationale Klimaziel nicht erreichbar ist. Der 7. Senat des Bundesverwaltungsgerichts stellte fest, dass das Klimaschutzprogramm nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Die Anpassungen müssen bis Ende März 2026 erfolgen. Die Richter bestätigten auch das Klagerecht der Umweltverbände zur Durchsetzung notwendiger Maßnahmen.
Geklagt hatte die Deutsche Umwelthilfe. Wir Leipziger Omas for Future standen ihr zur Seite und zeigten unsere Unterstützung bei einer Kundgebung vor dem Bundesverhaltungsgericht vor Verhandlungsbeginn. Und gmeinsam mit ihr freuten wir uns über das Urteil für mehr Klimaschutz.







