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Mein erster Schritt: Orientierung statt Schnellentscheidung

Unsere Gas-Brennwertheizung ist inzwischen 26 Jahre alt. Noch läuft sie zuverlässig, aber klar ist: Früher oder später steht eine neue Heizung an.

Für mich war deshalb wichtig, nicht erst im Notfall entscheiden zu müssen. Ich wollte mich frühzeitig informieren:
Welche Lösungen sind sinnvoll?
Was passt zu unserem Haus?
Und was plant die Stadt München eigentlich für unser Wohngebiet?

Der Münchner Wärmeplan

Als ich „Wärmeplan München“ in eine Suchmaschine eingab, führte mich der Weg über das offizielle Stadtportal zum sogenannten Geoportal:

http://geoportal.muenchen.de/portal/waermeplan/#

Dieser digitale Wärmestadtplan wurde vom
Referat für Klima- und Umweltschutz
der Landeshauptstadt München erstellt.

So funktioniert die Nutzung:

  1. Adresse ins Suchfeld eingeben
  2. „Legende“ anklicken
  3. Farbige Kategorie für das eigene Wohngebiet ansehen

Der Plan zeigt verschiedene Möglichkeiten der zukünftigen Wärmeversorgung, zum Beispiel:

  • Fernwärme
    • Nahwärmenetze
    • Individuelle Lösungen wie Wärmepumpen

Wichtig für mich:
Der Wärmeplan ist eine Orientierungshilfe. Er ist keine verbindliche Vorschrift und wird regelmäßig aktualisiert.

Überraschung: Wärmepumpe nach Sanierung

Für unsere Adresse wird die Kategorie
„Wärmepumpe nach Sanierung“ angezeigt.

Das bedeutet:
Größere Wärmenetze wie Fernwärme sind für unser Gebiet derzeit nicht vorgesehen. Stattdessen setzt die Planung eher auf individuelle Lösungen für einzelne Gebäude.

Damit hatte ich zunächst nicht gerechnet. Ich war davon ausgegangen, dass vielleicht irgendwann Fernwärme in unser Viertel kommen könnte.

Nahwärmenetz – eine mögliche Alternative?

Im Wärmeplan wird auch erwähnt, dass kleinere Nahwärmenetze entstehen können, wenn sich mehrere Eigentümerinnen und Eigentümer zusammenschließen.

Ich habe deshalb mit Nachbarinnen und Nachbarn gesprochen und zusätzlich beim
Referat für Klima- und Umweltschutz nachgefragt.

Dort wurde erklärt:
Für ein solches Projekt braucht es meist eine Organisationsform wie eine Genossenschaft oder GmbH. Das bedeutet Abstimmung, Finanzierung, rechtliche Klärungen – und vor allem Zeit.

Selbst wenn sich genügend Beteiligte finden würden, könnte die Umsetzung viele Jahre dauern.

Weitere Informationen bietet die Broschüre:
„Nahwärme – kurz und knapp erklärt“
https://rethink-muenchen.de/wp-content/uploads/LHM-RKU_Flyer_Nahwaerme.pdf

Für meine persönliche Situation erscheint diese Lösung aktuell eher unrealistisch.

Individuelle Lösung: die Wärmepumpe

Damit rückt für mich die Wärmepumpe stärker in den Fokus – insbesondere die Luftwärmepumpe.

Sie nutzt Energie aus der Umgebungsluft und wandelt diese mithilfe von Strom in Wärme um.

Vereinfacht gesagt:
Aus etwa 1 kWh Strom können 3–4 kWh Wärme entstehen.
Dadurch arbeitet diese Technik vergleichsweise effizient.

Erfahrungen aus der Nachbarschaft

In unserer Reihenhaussiedlung hat eine Nachbarin im Sommer 2025 bereits eine Luftwärmepumpe einbauen lassen.

Ihr Haus ist praktisch baugleich mit unserem. Deshalb habe ich sie nach ihren Erfahrungen gefragt.

Ihr Fazit nach dem ersten Winter:

  • Die Wohnräume waren zuverlässig warm.
    • Die Stromkosten lagen ungefähr auf dem Niveau der bisherigen Heizkosten.

Das hat mich ermutigt, mich intensiver mit dieser Technik zu beschäftigen.

Wichtig: den eigenen Energiebedarf kennen

Ein zentraler Punkt bei der Planung ist der jährliche Energieverbrauch des Hauses.
Er hilft dabei, die Wärmepumpe passend zu dimensionieren – also weder zu klein noch zu groß.

Hier kann eine Energieberatung sehr hilfreich sein.

Meine nächsten Schritte

Als Nächstes plane ich:

  1. Das Wärmepumpencamp der
    SHK-Innung München
    zu besuchen
    https://www.shk-innung-muenchen.de/startseite
  2. Angebote von zwei Installationsbetrieben einzuholen

Außerdem informiere ich mich weiter über mögliche energetische Sanierungsmaßnahmen.
Denn Wärmepumpen arbeiten besonders effizient, wenn Gebäude zumindest teilweise energetisch verbessert wurden.

Und was ist mit dem Heizungsgesetz?

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für neue Heizungen verändern sich derzeit. Dabei geht es unter anderem um Klimaziele, Versorgungssicherheit und Kostenentwicklung.

Für mich bedeutet das vor allem:
Die Entscheidung für eine neue Heizung sollte nicht nur technisch, sondern auch langfristig wirtschaftlich sinnvoll sein – und Umweltaspekte spielen dabei eine große Rolle. Ich möchte eine Lösung wählen, die CO₂ reduziert, gleichzeitig zuverlässig und bezahlbar bleibt und mir möglichst viel Planungssicherheit für die kommenden Jahre gibt.

Ich verfolge die politischen Entwicklungen aufmerksam und beziehe sie in meine Überlegungen ein.

Fortsetzung folgt

Meine Recherche ist noch nicht abgeschlossen.
Sobald ich mehr weiß oder eine Entscheidung getroffen habe, werde ich weiter berichten.

Vielleicht hilft dieser Erfahrungsbericht auch anderen Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern, die gerade vor ähnlichen Fragen stehen.

Am Ende dieser Seite werde ich außerdem hilfreiche Ansprechpartner und Informationsquellen zur Verfügung stellen.

Das Netzwerk Saubere Energie München bietet eine Reihe von Veranstaltungen zur Thematik an.

In diesem Beitrag haben wir das Netzwerk Saubere Energie München vorgestellt.

 

Karin Berner
Author: Karin Berner